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Lifestyle | 23.09.2021

Yes, we plan!

Das ist nicht nur der Titel eines internationalen „Erasmus+“-Projekts, sondern auch der Leitspruch, unter dem sich die Kammer der ZiviltechnikerInnen für bessere Arbeitsverhältnisse für Frauen in ihrem Arbeitsfeld einsetzt.

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Im Einsatz: Die Grazer Architektin Bettina Dreier-Fiala. © Marija Kanizaj

Vor allem bei technischen Berufen herrschen nach wie vor gravierende Missverhältnisse zwischen den Geschlechtern – so auch bei Ziviltechnikerinnen und Ziviltechnikern. Um nicht nur besagten Gender-­Gap innerhalb des Berufsstandes zu verringern, sondern den Anteil selbstständiger Ziviltechnikerinnen signifikant zu erhöhen und Frauen langfristig bei der Ausübung ihres Berufs zu unterstützen, lief unter anderem 2019 das „Erasmus+“-Projekt „Yes, we plan!“ an.

Viele Studierende, weniger Tätige. Die Proponenten des Projektes werden vom Ausschuss der Ziviltechnikerinnen der ZT Bundeskammer und Partnerorganisationen aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Slowenien gebildet. Vergleichbare Länderanalysen, Best-Practice-Transfers sowie ein Career-Tracking-System sollen mitunter einen hilfreichen Beitrag bei der Erarbeitung von Maßnahmen leisten, die mehr Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit oder gar den Eintritt in den Beruf allgemein vereinfachen sollen. Denn alleine in Österreich zeigt sich: Obgleich die Anzahl der Technik-Absolventinnen steigt, bleibt die Differenz zwischen den Geschlechtern im tatsächlichen Berufsfeld hoch.

 

Leider müssen wir immer noch plakativ zeigen,
was Frauen im technischen Bereich alles leisten können.

 

Gleichstellung fördern heißt: Chancen fördern. Die Auseinandersetzung mit der aktuellen Frauenpolitik steht an vorderster Front. Darauf basierend werden Aktivitäten organisiert, die Ziviltechnikerinnen auf die Bühne holen und erhebliche Arbeit im Bereich der Bewusstseinsbildung leisten. Frauen in ZT-Berufen auch weiterhin sichtbar zu machen und miteinander zu vernetzen, ist für einen signifikanten Anstieg an weiblichen Mitgliedern in Zukunft unabdinglich. Dennoch sind das nur zwei Maßnahmen von vielen, die helfen können, weiter reichende Veränderung zu erzielen. Ein Umdenken ist notwendig, Einkommensunterschiede müssen verringert, das Kinderbetreuungsangebot verbessert und Karenzzeiten von Vätern durchgängig akzeptiert werden, um nur einige zu nennen.

„Niemand will als Quotenfrau bezeichnet werden. Damit aber langfristig die Gleichstellung der Geschlechter im Berufsleben erreicht wird, müssen Frauen in denselben Berufen und Positionen wie Männer tätig werden können – das heißt konkret auch vermehrt in der Technik und auf Führungsebene. Eine Erhöhung des Frauenanteils in diesen Bereichen wird letztendlich dazu beitragen, die Haltung Frauen und ihrer beruflichen Tätigkeit gegenüber zu verbessern und Unterschiede zu verringern“, argumentiert die Grazer Architektin und Vorsitzende des Ausschusses der Ziviltechnikerinnen, Bettina Dreier-Fiala.

Österreichst Zahlen

  • Nur knapp über 12 % der 7.200 ZiviltechnikerInnen sind Frauen.
  • In der Architektur sind nur rund 15 % weiblich, im Zivilingenieurswesen nur 1,2 %.
  • 52 % der Architektur-Studierenden sind Frauen.
  • Es gibt wesentlich mehr Technik-Absolventinnen als Selbstständige
    Frauen in dem Bereich.
  • Die Differenz zwischen Studentinnen und den in ihrem Fachgebiet beruflich tätigen Frauen ist in Österreich höher als in anderen europäischen Staaten.