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Lifestyle | 09.08.2022 Entgeltliche Einschaltung

Pendeln zwischen Tieren & Wissenschaft

Das Equiliber Reitkunstzentrum von Top-Virologin Dorothee von Laer in Wulkaprodersdorf vereint die Liebe zu Pferden mit der Achtung vor der Natur und lässt die Medizinerin vom stressigen Alltag abschalten.

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Mit Hektor, ihrem 10-jährigen Hengst, verbindet Dorothee von Laer eine innige Beziehung. © Viktor Fertsak

Ihr Gesicht und ihre Stimme sind bekannt aus TV und Radio. Sie wurde in den letzten zwei Jahren der breiten Öffentlichkeit ein Begriff, wenn es um fundiertes Wissen rund um Viren und Pandemien ging. Und auch deswegen, weil sie unbequeme Wahrheiten auch dann ausspricht, wenn die Politik diese weichzuspülen versucht. Die taffe Wissenschaftlerin musste in den letzten Jahren auch mit Anfeindungen und sogar Morddrohungen leben, weil sie das aussprach, was viele nicht hören wollten, und mit Objektivität und Wissen glänzte anstatt mit Vermutungen und Verschwörungstheorien. Mit viel Kraft und Glaubwürdigkeit brachte Dorothee von Laer in den letzten zwei Jahren essenzielle Informationen unter die Menschheit. Sosehr die letzten beiden Jahre auch an ihren Kräften zehrten, ihre Wahlheimat im Burgenland gab ihr neue Kraft: „Das Reitkunst­zentrum soll eine Oase in dieser gehetzten Welt sein, in der Tier und Mensch sich entspannen und Raum für feine Kommunikation miteinander finden können.“ Bereits im Frühjahr 2019 kaufte sie die rund 15 ha große Reitanlage in Wulkaprodersdorf, erneuerte das bestehende Wohnhaus und baute die Reitställe mit großem Aufwand nach ihren eigenen Vorstellungen um. Rund um das Wohnhaus entstand eine stimmige Gartenanlage mit Naturpool, der alte Baumbestand wurde erhalten. Der sorgsame Umgang mit der Umwelt und die Verbundenheit zur Natur zeichnen die Virologin aus, die das Burgenland in den letzten Jahren sehr lieb gewonnen hat und deswegen ihren Hauptwohnsitz hierherverlegte. „Ich mag die Burgenländer*innen für ihre Herzlichkeit. Das Land schätze ich für seine Radwege, die vielen Sonnenstunden und natürlich den guten Wein. Menschen, die Wein genießen, stehen definitiv auf der gemütlichen Seite des Lebens“, lacht die 63-Jährige.


Freies Pferd

Derzeit pendelt von Laer zwischen Innsbruck, wo sie seit 2010 als Professorin für Virologie an der Medizinischen Universität lehrt, und Wulkaprodersdorf. 2023 wird sie den wohlverdienten Ruhestand antreten und ihr Leben großteils den Pferden widmen. Doch weiß sie auch, dass ihr Beruf eine Berufung ist und sie mit ihrem großen virologisch-medizinischen Wissen der Forschung auch in ihrer Pension noch zur Seite stehen wird. Mit ihrem Reitkunstzentrum Equiliber (aus dem Lateinischen, bedeutet frei übersetzt „freies Pferd“) hat sie sich einen Lebenstraum erfüllt. Alle Annehmlichkeiten, die ein Pferdeleben angenehm machen, stehen den Tieren dort zur Verfügung. Geschult werden sie in klassischer Reitkunst ohne grausame Trainingsmethoden wie etwa die „Rollkur“. Im Mittelpunkt steht das feine Reiten mit der magischen Verbindung zwischen Mensch und Pferd, die als Kunstform gefördert wird. So sollen auch andere Künste wie Musik und Tanz in den Kontext des Reitsports einfließen. Denn auch privat zeigt Dorothee von Laer eine musische Seite. Sie spielt Harfe und Geige, liebt Kunst und liest gerne Bücher. Durch ihr offenes und natürliches Wesen ist die Medizinerin eine außergewöhnliche Gastgeberin, die Menschen ebenso auf ihrem Hof willkommen heißt wie Tiere. Sie bezeichnet sich selbst als „Wasserratte“, daher war ihr eine großzügige Badeanlage in ihrem Garten wichtig. „Ich bin in Hamburg aufgewachsen, das Meer und das Salz in der Luft haben mich stets begleitet. Der Wind hier im Burgenland erinnert mich ein bisschen an meine Heimat.“


Paradies für Tiere

Viel Einfühlungsvermögen und fundierte Ausbildungen prägen auch die Arbeit der Mitarbeiter*innen im Equiliber Reitkunstzentrum. Es stehen 30 Einstellplätze für Pferde zur Verfügung. Auf den wunderschön gepflegten Koppeln und Pferdeställen, an der großzügigen Pferdetränke und Pferdeschwemme laben sich die Tiere und verschaffen sich wohltuende Kühlung an heißen Tagen. Es gibt einen 60-m-Reitplatz, eine 60-m-Reithalle, eine 20-m-Rundhalle sowie 12 ha Weiden mit altem Baumbestand. Im Haupthaus befinden sich 6 Gästezimmer, ein gemütliches Reiterstüberl und ein modern ausgestatteter Seminarraum. Pferdefreunde und Gäste sind herzlich willkommen, es wird gemeinsam gefrühstückt oder gegrillt bei fachlichem Austausch und gemütlichen Gesprächen. Von Laer selbst besitzt zehn junge Pferde, die in Schulung sind, sowie einen Island-Hund namens „Autna“ und zwei Kurilen-Bobtail-Katzen, die sogar Gegenstände apportieren können. Mittlerweile ist von Laer auch stolze Oma, ihre drei Töchter sind bereits erwachsen. Wenn sie an die Zeit damals zurückdenkt, sieht sie, dass sie oft an ihre persönlichen Grenzen der Belastbarkeit ging. Aber irgendwie hat sie es immer geschafft. Und nun freut sie sich auf eine entspannte Zukunft in ihrer neuen burgenländischen Heimat.


www.equiliber.at

Impressionen
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Als „Wasserratte“ braucht Dorothee von Laer das kühle Nass auch in ihrem Garten.

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Ihre musische Seite lebt die Virologin auf der Harfe und der Geige aus.

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Im Equiliber Reitkunstzentrum steht das Wohl der Pferde an vorderster Stelle.

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Die Pferdeschwemme sorgt für Abkühlung, wenn die Tiere sie brauchen.

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Zwei Kurilen-Bobtail-Katzen zählen auch zu den Haustieren der Medizinerin.

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Das Wohnhaus beim Reitkunstzentrum ist ein Sammelsurium aus für die Bewohnerin bedeutungsvollen Gegenständen und Möbeln.

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Den Pferden stehen 12 ha Weideland zur Verfügung.

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Die 20 Meter große Rundhalle

Fotos Viktor Fertsak

Kurzbio Dorothee von Laer

© Viktor Fertsak

Geboren 1958 als Meike Dorothee Hasselmann in Hamburg (Deutschland), besuchte die Tochter des späteren Physik-­Nobelpreisträgers Klaus Hasselmann Schulen in Deutschland, den USA und in England. 2000 gründete sie gemeinsam mit fünf weiteren Forschungstreibenden das Biotech-Unternehmen Vision7, das auf dem Gebiet der Gentherapie bei HIV-Infektionen tätig war. Neun Jahre war sie außerdem als Koordinatorin für Infektionsbiologie am Georg-­Speyer-Haus in Frankfurt tätig. Ein von ihr 2013 mitgegründetes Spin-off-Unternehmen der Universität Innsbruck – ViraTherapeutics – basierte auf ihren Forschungen zu onkolytischen Viren, wurde mit einer Reihe von Innovationspreisen ausgezeichnet und 2018 für einen dreistelligen Millionenbetrag an das Pharma­unternehmen Boehringer Ingelheim verkauft. Ende 2019 wurde Dorothee von Laer für drei Jahre zur stellvertretenden geschäftsführenden Direktorin des Departments für Hygiene, Mikrobiologie und Public Health bestellt. Sie ist Mitglied in zahlreichen Fachgesellschaften und Kommissionen sowie Inhaberin einer Reihe von Patentfamilien im Umfeld der HIV- und Tumortherapie. Dorothee von Laer ist in zweiter Ehe (Holm) verwitwet und aus erster Ehe (von Laer) Mutter dreier Töchter, die zwischen 1983 und 1991 geboren wurden. Einer breiteren Öffentlichkeit in Österreich wurde sie für ihre Expertisen im Rahmen der Covid-19-Pandemie bekannt, wo sie von Beginn an sowohl in den Printmedien als auch im TV als Fachfrau zitiert und interviewt wurde.