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Lifestyle | 08.06.2022

Am „Love-Trail“

Auf dem israelischen Fernwanderweg, dem „Israel-Trail“, lernt Isabella, eine junge Physiotherapeutin aus Wien, die Liebe ihres Lebens kennen. Daniel, eine Journalistin aus Tel Aviv. Es folgt eine jahrelange Fernbeziehung, Corona machte es nicht leichter. Was geholfen hat? Mut, Zuversicht und Improvisationstalent.

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(c) Birgit Schulz

Als Isabella im Jahr 2015 ihr Physiotherapiestudium beendete, träumte sie davon, einmal den „Israel-Trail“ zu erwandern. Ein Weg, der sich auf einer Länge von 1.000 Kilometer durch Israel zieht. Von Norden nach Süden. Eine Unternehmung, die man nicht von heute auf morgen anpackt. Zweieinhalb Jahre lang bereitete sie sich vor, sparte für die Reise und suchte einen Untermieter für ihre Wohnung in Wien. 


Auf ins Abenteuer. Als es dann so weit war und Isabella ihre Wanderung starten konnte, zog sie, gerade erst in Israel angekommen, auch schon los. An einem Samstag. Anders als alle anderen Wanderer, die ihren Weg bereits freitags starten. „Der Freitag ist in Israel wie der Samstag in Österreich“, erklärt Isabella. Die ersten drei Tage verbrachte sie somit komplett alleine. „Aus Langeweile habe ich am dritten Tag dann nicht, wie der Reiseführer empfohlen hätte, nach der vorgesehenen Etappe gestoppt, sondern noch eine weitere Etappe drangehängt.“ Völlig geschafft nach dieser „Doppel-
etappe“ landete Isabella endlich auf dem Campingplatz und fand einen Schlafplatz für eine Nacht. Und dort, unter einem Baum, inmitten einer kleinen Gruppe Menschen, saß Daniel. „Sie hat mich gesehen, angesprochen und eingeladen, mit ihr und den anderen Abend zu essen“, erzählt Isabella. Nach Tagen des einsamen Wanderns und Auf-sich-allein-gestellt-Seins fand sich Isabella wieder in der Gesellschaft einer Gruppe Gleichgesinnter. „Eine Woche lang sind wir gemeinsam weiter gewandert und lernten uns dabei immer besser kennen.“ Danach kehrte Daniel wieder nach Tel Aviv zurück, um dort ihr Studium fortzuführen. Isabella ging alleine weiter, an den Wochenenden leistete ihr Daniel aber regelmäßig Gesellschaft und begleitete sie ein Stück des Weges. Nach drei Monaten war für Isabella die Zeit ihrer Rückkehr nach Österreich gekommen, „nicht aber, ohne schon den nächsten Flug nach Israel gebucht zu haben“, erzählt sie lächelnd.

Gemeinsame Zeiten. Bis zum Ausbruch der Pandemie trafen sich die beiden regelmäßig, besuchten einander und erkundeten weiter die Welt. Zu einem Highlight zählt die Reise durch Slowenien und Italien. „Wir haben uns das Auto meiner Mama geborgt, die Sitze hinten rausmontiert und mit Matten und Decken ausgestattet. Wir sind dann nur der Nase nach, waren fast durchgehend in der Natur, haben an den schönsten Ecken unseren Kaffee gekocht. Wir sind ganz begeisterte Improvisationskünstlerinnen – je ungeplanter und improvisierter etwas passiert, desto schöner!“, schwärmt Isabella. Improvisationstalent und Flexibilität sind für eine gelingende Beziehung stets von Vorteil. Umso mehr in besonders herausfordernden Zeiten. Seit dreieinhalb Jahren führen die beiden eine glückliche – noch immer – Fernbeziehung, seit acht Monaten sind sie verheiratet. Anfang November wird Isabella dann nach Tel Aviv ziehen, „um eeeeeendlich zusammenzuwohnen“. Die Erleichterung und die Vorfreude sind ihr anzumerken. Daniel arbeitet beim israelischen Rundfunk, ihre Arbeit als Journalistin erfordern Sprachkenntnisse auf Muttersprachenniveau. Somit war für Isabella klar, dass sie es sein wird, die ihre Koffer packen wird, um sich in Israel niederzulassen. 


Der große Tag. Die Hochzeit allerdings wurde in Österreich gefeiert. Im Schloss Mirabell, im kleinen Kreis. „Unsere Familie, Freundinnen und Freunde, wir beide, wir waren alle in so wundervoller, leichter Stimmung. Das große Lachen, das alle im Gesicht hatten. Es war einfach nur schön!“, erinnert sich Isabella an den großen Tag zurück. Gleich direkt nach der Trauung ging die Feier in der Orangerie im Mirabellgarten weiter. Bei Prosecco und Aperol, Tramezzini, Petit Fours und Musik. Und nach einer kleinen Pause legte die kleine Runde dann noch eins drauf und traf sich am späten Nachmittag im M32 am Mönchsberg, um bis in die späte Nacht über den Dächern Salzburgs diesen besonderen Tag zu feiern. Und wie es sich für wahre Improvisationskünstlerinnen wie Isabella und Daniel gehört, ließen sie die Zeit der Pause, in der sich die Familie ins Hotel zurückzog, um sich frisch zu machen und ein wenig auszuruhen, nicht ungenützt. „Unsere zwei Freunde Karl und Greta-Mattea, Daniel und ich haben uns beim Spar am Mirabellplatz eine Flasche Prosecco und Chips gekauft, sind auf ausgebreiteten Jacken am Boden gesessen und haben uns schon mal die Polaroids vom Vormittag angeschaut. Das war ein ganz entspannter, lustiger, schöner Moment.“


Acht Monate sind nun vergangen seit dem Tag der Hochzeit, „und es geht nach wie vor drunter und drüber. Wir freuen uns schon auf eine Zeit, in der wir einfach in der gleichen Wohnung, in der gleichen Stadt, im gleichen Land wohnen und alles einfach gemeinsam machen können, physisch füreinander da sein können.“

 

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(c) Birgit Schulz