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Lifestyle | 20.10.2014

Augen zu und durch!

Wir glauben mit ganz wenig davon auszukommen. Doch bekommt der Körper zu wenig Schlaf, hat das langfristig schwerwiegende Folgen.

Themen:

Bleierne Müdigkeit, ein Hirn, das nicht mehr denken will, Schwindel und Tristesse:

Der Mensch ist an einen biologischen Rhythmus gekettet, welcher unerwünschte Abweichungen nur ungern toleriert. Denn immer wenn es dunkel wird, schüttet der Körper das Hormon Melatonin aus. Es macht zunehmend ruhig, schläfrig und schließlich zwischen drei und fünf Uhr, wenn sein Level am höchsten ist, todmüde.

 

Der Sitz der Seele und der Lebenskraft

Der innere Jungbrunnen des Menschen liegt zwischen den Ohren. Die Rede ist von der Zirbeldrüse und deren wichtigstem Botenstoff Melatonin. Diese befindet sich im Zentrum des Gehirns und gilt als zentrales Steuerorgan des Organismus. Registriert die Zirbeldrüse veränderte Lichtverhältnisse, zum Beispiel in der Nacht und im Herbst, wird vermehrt Melatonin ausgeschüttet. Melatonin bewirkt Müdigkeit und Schlafbereitschaft.

Der natürliche Rhythmus führt dazu, dass wir müde werden, sobald es dunkel wird. In diesem Moment schüttet der Körper vermehrt Melatonin aus. Auf der anderen Seite führt das Licht der ersten Sonnenstrahlen am Morgen dazu, dass die Melatoninmenge abnimmt und mehr Serotonin und Adrenalin gebildet werden. Beide fördern das Aufwachen und die Aktivität des Körpers. So stellt sich ein natürlicher Biorhythmus zwischen Wach- und Schlafphasen ein, der dem Lauf der Sonne weitgehend folgt.

Viele Menschen leiden in der dunklen Jahreszeit unter Stimmungstiefs. Melatonin ist hierbei stark beteiligt. Lichttherapie ist seit Jahren ein effektives Mittel gegen jahreszeitbedingte Depressionen. Depressive Menschen haben typischerweise einen niedrigen Melatoninspiegel. Gleiches gilt für gestresste Personen. Eine Besserung der Depression geht praktisch immer mit einer Verbesserung des Melatoninstatus einher.

Viel Sonnenlicht am Tag führt also zu einem verstärkten Ausstoß, unseres natürlichen Stimmungsaufhellers, in der Nacht. Umgekehrt haben unzureichendes Licht und künstliche Raumbeleuchtung auf Dauer einen abgeflachten Ausschüttungszyklus zur Folge. 

 

Schlaf - das allgemeine Heilmittel

Für die meisten Menschen sind acht Stunden Nachtruhe optimal. Ältere Menschen benötigen dagegen meist weniger Schlaf, fünf bis sieben Stunden sind bei ihnen in der Regel ausreichend. Doch bekommt der Körper zu wenig Schlaf, hat das langfristig schwerwiegende Folgen. Wird das individuelle Schlafbedürfnis dauerhaft ignoriert, dann steigt das Krankheitsrisiko. Gewichtszunahme, Bluthochdruck, Depressionen, Diabetes und auch Krebs können die Folgen sein.

Unser Alltag heute ist hektischer denn je – egal, ob es um Beruf, Familie oder Beziehungen geht. Da passt die Vorstellung von genüsslichen Nickerchen oder ausgedehntem Schlaf nicht ins Bild. Vor allem Frauen gönnen sich oft zu wenig Schlaf. Schließlich wollen sie beweisen, dass sie perfekt funktionieren, auch ohne lange Ruhepausen.

Denn es gibt wohl kaum ein besseres Heilmittel gegen Müdigkeit und Schlappheit als zu schlafen. Gerade im Frühling und im Herbst ist ausreichend Schlaf besonders wichtig, weil uns der Wechsel des Tageszeiten-Rhythmus und die starken Temperaturschwankungen zu schaffen machen. Die innere Uhr diktiert, zu welchen Stunden wir leistungsfähig sind und zu welchen nicht. Morgentypen wachen früh auf, haben am Vormittag eine lange Hochphase und legen sich bald schlafen. Abendtypen benötigen werktags einen Wecker, laufen gegen Abend zur Hochform auf und bleiben lange wach. Redewendungen wie "Schlaf macht schön" deuteten es bisher nur an, doch heute wissen wir: Wer nicht genug schläft, altert tatsächlich schneller. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass unser Körper im Schlaf hart arbeitet, um schädliche Stoffe abzubauen, Zellen zu erneuern und unseren Energiespeicher neu aufzufüllen. Auch das Gehirn ruht keineswegs durchgehend, wenn wir schlafen. Es wiederholt was es am Tag zuvor gelernt hat, um es sich besser einzuprägen. Schlafmangel kann also wirklich krank machen, und zwar physisch und psychisch, und nach nur etwa 60 Stunden Halluzinationen und Wahnvorstellungen hervorrufen.