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Lifestyle | 05.02.2015

Cook 'n' Roll

Frei nach diesem Motto ist der gebürtige Leutascher Hans Neuner europaweit erfolgreich in der Spitzengastronomie tätig. Letzten Dezember kehrte er als Gastkoch ins Restaurant Ikarus im Hangar-7 kulinarisch zu seinen österreichischen Wurzeln zurück.

TIROLERIN: Kochen und gutes Essen waren für Sie dank des elterlichen Gasthofes schon seit der frühesten Kindheit Themen. Inwieweit wäre da
für Sie jemals ein anderer Berufsweg in Frage gekommen?
Neuner: Ich war froh, dass die Schulzeit nach neun Pflichtjahren für mich vorbei war. Mit 15 bin ich dann zuhause ausgezogen und konnte meine Kochlehre im Steigenberger Hotel Alpenkönig in Seefeld beginnen. Für mich war das damals cool – wir haben viel gearbeitet, aber genauso viel gefeiert (lacht).

Nach der Lehre haben Sie auf vielen weiteren Stationen Ihr Wissen und Ihre Kenntnisse erweitert – wer hat Ihren Kochstil am meisten beeinflusst?
Ganz klar Karlheinz Hauser! Vielleicht nicht meinen Kochstil an sich, aber definitiv was das organisatorische Knowhow angeht, waren die gut zehn Jahre bei ihm in Berlin und Hamburg die Zeit, die mich am meisten geprägt hat. Wir haben Caterings für 6000-7000 Personen ausgerichtet, da habe  ich mir schon einiges abschauen können. Auch dass ich den Aufbau von zwei Restaurants ganz von Anfang an miterleben konnte, war sicher
eine Bereicherung für mein späteres berufliches Leben.

Sie sind seit 2007 Küchenchef des „Ocean Restaurant“ im Luxusresort VILA VITA Parc an der Algarve. In nur vier Jahren haben Sie sich zwei Sterne erkocht – welche Ziele haben Sie noch vor Augen?
Wir bauen über den Winter um – die Küche wird vergrößert, der Gastraum verkleinert, sodass wir jeden Abend exklusiv 26 verwöhnen können - mit 22 Angestellten! Da wäre es natürlich schön, wenn dieser Aufwand mit einem dritten Stern belohnt werden würde. Außerdem möchte ich mit dem Ocean gerne utner die Pellegrino Top-50 Restaurants der Welt kommen - das wäre ziemlich cool.

Woher holen Sie sich immer neue Ideen? Wie lange dauert es, bis ein Gericht dann in eines Ihrer Menüs eingebaut werden kann?
Jedes Teammitglied kann seine Ideen und Vorschläge einbringen. Ebenso ist es wichtig, sich die perfekte Präsentation des Gerichtese zu überlegen - das kann schon einige Zeit dauern! Je nach Komplexität müssen wir es manchmal bis zu 40 Mal "durchkochen", bis wir ein optimales Ergebnis erreichen und zufrieden sind.

Welche Persönlichkeit würden Sie gerne einmal bekochen?
Egal ob ich für ihn koche oder mit ihm esse: Marlon Brando. Der war einfach eine lässige Persönlichkeit.

Haben Sie ein Lieblingsgericht?
Jedes Mal, wenn ich wieder in der Leutasch bin, esse ich zuerst ein Gulasch bei uns in der Weidachstube. Mein Bruder Marco macht einfach das beste! Wie oder wo können Sie am besten abschalten? Auf meiner Harley! Gott sei Dank sind die Gesetze in Portugal, was das Tunen angeht, etwas lockerer, da macht das Fahren gleich noch mehr Spaß. Man kann sich so ein Stück Freiheit bewahren. Mittlerweile verbringe ich aber auch viel Zeit im Gemüsegarten. Gerade in der Früh vor der Arbeit mache ich das sehr gerne – vor ein paar Jahren wäre das wahrscheinlich nichts für mich gewesen, aber mit 38 finde ich das mittlerweile ziemlich entspannend!