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Lifestyle | 08.10.2021

Weiches Gold aus dem Lungau

Die Ferner Wolle wurde bereits im Jahr 1906 von Josef Ferner im Salzburger Lungau gegründet. Heute ist sein Urgroßenkel Matthias Ferner Geschäftsführer des Betriebs und mit Herz und Seele bei der Sache.

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(c) KWER

Ein Sprichwort sagt: „Man weiß nicht, was man an der Heimat hat, bis man in die Ferne kommt.“ So zog es auch Matt
hias Ferner, den Geschäftsführer von Ferner Wolle, in jungen Jahren vom Lungau hinaus in die weite Welt. Als gelernter Tischler wechselte er in das Gastgewerbe und war einige Saisonen quer durch Österreich als Barkeeper unterwegs. Schlussendlich packte ihn doch das Heimweh, und er zog zurück in den Lungau, wo er im Jahr 2010 den Familienbetrieb seines Vaters übernahm und noch im selben Jahr mit einer großen Produktionshalle in Unterberg den Betrieb erweiterte und so Platz für moderne und innovative Maschinen schuf. Dies ermöglichte einen enormen Qualitäts- und Leistungsgewinn: Wo früher 30 Kilogramm Wolle pro Woche hergestellt wurden, sind es heute bis zu 800 Kilogramm pro Tag. „Mir als Geschäftsführer ist es wichtig, die Wertschöpfung und Wirtschaftskreisläufe in der Region zu halten, und unsere Kund:innen schätzen unsere Produkte “, sagt Matthias Ferner.

Qualität, die man auf der Haut spürt. Ferner Wolle fokussiert sich hauptsächlich auf die Produktion von Hand- und Maschinenstrickgarnen. Ein Team von insgesamt zwölf Mitarbeiter:innen sorgt dafür, dass die etwa zehn Arbeitsschritte an den jeweiligen Maschinen reibungslos ablaufen, die nötig sind, damit aus einer Rohfaser ein Knäuel entsteht. Einzig und allein das Färben der Wolle wird von Firmen in Deutschland und Italien übernommen.
Matthias Ferner achtet beim Einkauf des Rohmaterials nicht nur auf die Qualität, sondern auch auf das Wohl der Tiere. Daher kommen für ihn nur zertifizierte Zulieferbetriebe infrage, nämlich hauptsächlich Merinorohwolle aus Südamerika.

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(c) Unser Salzburg

Sein Ur-Großvater und Gründer der Ferner Wolle stellte seinerzeit aus heimischer Schafswolle Vlies her. Die Merinowolle, die heute im Familienbetrieb verarbeitet wird, besitzt jedoch im Gegensatz zur Schafswolle einen niedrigeren Fettgehalt und eine hohe Feinheit – die „Merinoqualität“, die sich weich und angenehm auf der Haut anfühlt. Neben Merinowolle sind aber auch Alpaka- und Lamawolle aufgrund ihrer weichen Wollfasereigenschaften ein Teil des Ferner-Sortiments. Produkte wie die Lungauer Sockenwolle oder hochwertige Merinodecken sind bei den Kund:innen daher sehr beliebt.

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(c) Unser Salzburg

Von der Rohfaser zum fertigen Knäuel. Einmal die Woche kommt eine Großlieferung von etwa sechs Tonnen Rohwolle, die verarbeitet wird. „Das Prinzip der Krempelei, also wie Wolle auf der Maschine aufgearbeitet wird, ist heute noch dasselbe wie damals bei meinem Ur-Großvater“, erklärt Matthias Ferner. In der Krempelmaschine, einer Walze mit mehreren Nadeln an der Oberfläche, werden die Wollfasern schonend geöffnet und in eine Richtung gestrichen, bis ein dünnes, feines Vlies entsteht. Dieses Vlies wird auf einzelne Fäden aufgeteilt – das Vorgarn, das anschließend auf der Spinnmaschine weiterläuft und schließlich zur Wolle verarbeitet wird: zu dem sogenannten „weichen Gold aus dem Lungau“, dem Qualitätsprodukt, das inzwischen weltweit verkauft wird.
Matthias Ferner ist sichtlich stolz auf den langjährigen Familienbetrieb. „Es erfüllt mich mit großem Glück, wenn ich bei jedem Arbeitsschritt dabei sein kann und ich ein fertiges Knäuel in der Hand halte und genau weiß, wo es herkommt.“

 

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