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Lifestyle | 22.11.2021

Winterliches Brauchtum

Wenn die Tage kurz und die Nächte lang sind, ist es drinnen in den eigenen vier Wänden umso gemütlicher. Vor allem dann, wenn man den alten Mythen und Geschichten lauschen kann. Denn – so heißt es – um diese Zeit treiben so manche bösen Geister ihr Unwesen. Doch zum Glück weiß man allerorts, wie man diese Geister vertreiben und besänftigen kann. Alle Infos unter www.salzburgerland.com

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(c) SalzburgerLand Tourismus/eva trifft

Brauchtum hat im Salzburger Land einen großen Stellenwert – gerade in der dunklen Jahreszeit. Man besinnt sich auf die alten Traditionen und so ziehen die Menschen in den verschiedensten Verkleidungen von Haus zu Haus, um die bösen Geister zu vertreiben und Glück und Segen zu bringen. Wir haben ein paar der Brauchtümer zusammengefasst. Kommen Sie mit auf eine mystische Reise durch das winterliche Salzburg!


Die Wilde Jagd. Jedes Jahr in den Abendstunden des zweiten Donnerstags im Advent taucht es auf – das „Wüde Gjoad“ vom Untersberg. Wo genau, weiß niemand. Mit viel Lärm und Getöse ziehen Tod, Hexe, Habergoaß, Moosweiberl, Bär und Bärentreiber heran und führen mit Trommelschlägen und Pfeifenklang ihren traditionellen Tanz auf. Auch wenn die Wilde Jagd schaurig scheint, sie bringt Glück und soll die bösen Geister vertreiben.

Anglöckler. Die drei Donnerstage vor Weihnachten gelten als sogenannte Klöpfelnächte. Dann nämlich ziehen die Anglöckler von Tür zu Tür. Sie bringen mit ihren traditionellen Liedern und Gedichten nicht nur Segenswünsche, sondern verkünden auch die bevorstehende Geburt Christi. Der Ursprung dieses Brauchs reicht bis ins Mittelalter zurück. Damals war es das Vorrecht der Armen, von Haus zu Hause zu gehen, um Gaben zu erbitten. Das mitgeführte Glöckchen kündigte ihr Kommen an.

Raunächte. Seit jeher galten die Nächte zwischen 21. Dezember und 6. Jänner als besonders mystisch. Heißt es nicht zum Beispiel, dass in der Heiligen Nacht – und nur dann – die Tiere die menschliche Sprache sprechen können?
Hier im Salzburger Land wird gerade zu dieser Zeit der Brauch des Räucherns stark gepflegt. Mit der Rauchpfanne in der Hand zieht die ganze Familie durch das Haus, den Hof und den Stall, um die Wohnungen und Behausungen von schlechten Energien zu reinigen und Platz zu machen für Neues. Welche Kräuter zum Räuchern verwendet werden, das wissen vor allem die vielen Kräuterfrauen, die dieses Wissen in zahlreichen Workshops an Interessierte weitergeben.


Schnabelperchten. Wahrlich einzigartig sind die Rauriser Schnabelperchten. Und die Rauriser selber sind an diesem Tag, dem Vorabend des Dreikönigtags, gut beraten, alles penibel sauber zu machen. Denn wenn die Gestalten mit ihrem langen Perchtenschnabel eines nicht mögen, dann Unordnung und Schmutz. Passend zur Verkleidung nähern sie sich mit einem „Ga-ga-ga“ und überall werden sie schon freudig erwartet. Denn mit ihren Besen kehren sie das Böse aus. Und erst nach einer kleinen Stärkung und dem traditionellen Segenswunsch – an Fried, an G’sund und an Reim – geht es weiter zum nächsten Haus.

Glöckler. Richtige Lichtbringer sind die Glöckler, die alljährlich am 6. Jänner bevorzugt im Salzkammergut unterwegs sind. Und tatsächlich sind die hellen Glöcklerkappen von innen beleuchtet und auch die Glöckler selber sind weiß gekleidet. Durch ihr Licht sollen sie die Finsternis und die Kälte des zu Ende gegangenen Jahres besiegen. Bis zu 300 Arbeitsstunden stecken in einer Glöcklerkappe und keine gleicht der anderen. So drehen die Schönperchten ihre Kreise, Achter und Spiralen und beenden jeden Tanz mit dem Glöcklerspruch und „Glück und Segen fürs neiche Jahr“.

Aperschnalzen. Auch wenn der Winter Ende Dezember manchmal noch nicht einmal richtig in Schwung gekommen ist, ab dem Stefanitag (26. Dezember) beginnen die Aperschnalzer gegen den Schnee aufzubegehren. Dann finden sich im Flachgau und im Rupertiwinkel die Passen mit ihren Peitschen, den sogenannten Goaß’ln, auf den Feldern ein, um den Schnee zu vertreiben und die darunterliegende Saat zu neuem Leben zu erwecken. Das laute Knallen und Peitschenschwingen folgt dabei ganz bestimmten Abläufen, die gut einstudiert werden wollen. Und auch die Nachwuchs-Schnalzer sind schon eifrig mit dabei.