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People | 15.04.2021

Wordrap mit ...Nikolaus Mayr und Marcello Martorana

Humanitas – Kompetenz –Innovation: Das Diagnosezentrum in Salzburg war und ist seit Beginn ein Vorreiter modernster diagnostischer Schnittbildtechniken auf dem Gebiet der Computertomografie und Magnetresonanztomografie. Wir haben uns mit den Fachärzten für Radiologie Dr. Nikolaus Mayr und Dr. Marcello Martorana zu einem Gespräch getroffen und uns über die Vorteile hochmoderner Diagnosetechnologien, die Wichtigkeit von Vorsorgeuntersuchungen sowie die Herausforderungen in Zeiten der Corona-Pandemie unterhalten.

Bild Diagnostikzentrum-0487.jpg
(c) Thomas Kirchmaier

Unser look!Salzburg: Herr Dr. Mayr, Herr Dr. Martorana, das Diagnosezentrum Salzburg verwendet hochmoderne Computertomografen, die es österreichweit bislang nur in Salzburg und Graz gibt. Welche konkreten Vorteile bringen diese innovativen Technologien im Hinblick auf Untersuchung und Diagnose?

Dr. Mayr: Aufgrund der hohen Detektorzeilenzahl in unserem Computertomografen können wir in kürzester Zeit eine schnelle Bildakquisition durchführen, die vor allem für Untersuchungen bei sich bewegenden Organen, insbesondere dem Herzen, äußerst scharfe Bilder liefert. 
Dies läuft einher mit einer gleichzeitigen Dosisersparnis. 


Dr. Martorana: Schärfere und kontrastreiche Bilder führen auch zu einer Verbesserung der Diagnostik. Auch im Hinblick auf die Kontrastmittelgabe bei Gefäßdarstellungen kann somit auch nierenbelastendes Kontrastmittel reduziert werden.

Brustkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen von Frauen in Österreich und Prostatakrebs bei Männern ist der häufigste bösartige Tumor und die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. Eine frühzeitige Diagnose ist daher sehr wichtig. Dennoch gehen viele Frauen und Männer nicht zur Vorsorgeuntersuchung. Woran liegt das Ihrer Meinung nach und wie wichtig ist es im Bezug auf den Krankheitsverlauf und die Heilungschancen, eine frühzeitige Diagnose zu erhalten?


Dr. Mayr: Meiner Meinung nach ist der Gang zur Vorsorgeuntersuchung weiterhin ein gewisses Tabuthema, nicht nur in Österreich, sondern in der gesamten Welt, und kann nur durch konstante Aufklärung der Bevölkerung verbessert werden. Auch kann hier wahrscheinlich eine frühe Sensibilisierung in der Schule eine große Rolle in der Verbesserung spielen. Wir befinden uns, was Vorsorgeuntersuchungen angeht, in Österreich in einem Land der Seligen, und ich finde sehr schade, dass die Akzeptanz dieser Vorsorgeuntersuchungen in der heutigen Zeit immer noch etwas hinkt.

Dr. Martorana: Bezüglich des Krankheitsverlaufes und der Heilungschancen gilt immer folgendes Prinzip: Je früher und je kleiner die Krebsvariante ist, die im Körper gefunden wird, desto besser ist die Operabilität und umso höher ist die Überlebenswahrscheinlichkeit. Ein frühzeitig erkannter Tumor hat wahrscheinlich noch nicht gestreut und kann so im Gesunden reseziert werden. Weiterführende belastende Therapien mittels Chemo- oder Strahlentherapie können so manchmal erspart bleiben.


Welche Frauen haben ein besonders hohes Brustkrebsrisiko und welche vorbeugenden Maßnahmen gibt es neben der Mammografie? Wie sieht es diesbezüglich bei Männern und dem Prostatakrebsrisiko aus?

Dr. Mayr: Es besteht vor allem bei jenen Frauen, die eine genetische Grundbelastung aufweisen, ein höheres Brustkrebsrisiko.
Generell ist zu sagen, dass vorbeugende Maßnahmen insbesondere gesunde Ernährung, Nikotinkarenz, das Einhalten von normalem Körpergewicht und regelmäßiger Sport zu einer verminderten Erkrankungswahrscheinlichkeit führen. Als diagnostische Mittel sind neben der konventionellen Mammografie zur Früherkennung insbesondere der Brustultraschall und die Magnetresonanztomografie der Brust als wichtige Eckpfeiler zu nennen.


Dr. Martorana: Entgegengesetzt zum Mammakarzinom bestehen derzeit – nach unserer Kenntnis – keine genetischen Varianten, die zu einer erhöhten Inzidenz des Prostatakarzinoms führen. Der wichtigste Faktor für das Entstehen des Prostatakarzinoms ist das Alter. Gesunde Lebensweise birgt nur einen geringen Schutz.


Vor welchen Herausforderungen stehen Sie hinsichtlich der Corona-Pandemie? Was sind Ihre Erfahrungen?

Dr. Mayr: Die größte Herausforderung in Zeiten der Corona-Pandemie ist bei uns im Diagnosezentrum Salzburg wohl die Möglichkeit einer Selbstansteckung mit dem Virus, obwohl wir sämtliche Hygiene- und Sicherheitsregeln einhalten und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit den Anfangstagen der Pandemie regelmäßig testen. Im Laufe der Pandemie steigen die Patientenzahlen, die langfristige Beschwerden nach ausgeheilter Coronavirus-Infektion zeigen. Hier handelt es sich oft um Kopfschmerzen, die bildgebend jedoch keinen wegweisenden Befund zeigen.


Dr. Martorana: Wir kontrollieren Personen, deren Lunge durch die Infektion stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Darunter sind auch sehr viele junge Patientinnen und Patienten, die stärkste Lungenschädigungen nach der Infektion aufweisen.


Gibt es Neuerungen, die für das Diagnosezentrum Salzburg geplant sind? Welche Innovationen und Trends können wir in der Zukunft im Bereich der Diagnose erwarten?


Dr. Mayr: Wir arbeiten derzeit an der digitalen Anbindung unseres Institutes an andere Krankenanstalten und Institute in ganz Österreich und sind hiermit der Firma Siemens im regen Kontakt. Somit erfolgt in naher Zukunft der Austausch von Vorbildern in Nullzeit.


Dr. Martorana: Ein separater Zugang zu den Bildern der Untersuchung soll in nächster Zeit für die Patientinnen und Patienten und die zuweisende Ärztin beziehungsweise den zuweisenden Arzt online möglich sein.
 Ein Hantieren der Patientinnen und Patienten mit Datenträgern ist somit in Zukunft Geschichte. Weiters sind wir derzeit noch intensiv an der Verbesserung der Bildqualität in MRT und CT sowie der Reduktion der Strahlenbelastung in unserer Computertomografie beschäftigt.